| "Young Mozart Reporters" entstand im Zusammenhang mit dem allgegenwärtigen Mozartjahr, weshalb auch das Generalsekretariat Mozart 2006 sich finanziell beteiligte. Die Hälfte des mit 180.000 Euro veranschlagten Projekts übernahm die EU, vierzig Prozent müssen die vier Partner selbst aufbringen. Neben der Radiofabrik sind dies der Verband freier Radios Corali, Paris, das Radio Onda d'Urto aus Brescia in Italien und die deutsche Medienkultur-Initiative Archfilm in Heidelberg. Dort wurden jeweils über Schulen Kandidaten angeheuert, vom 18. bis 21. April bevölkern nun rund 15 junge Radiomacher das Studio im Nonntal.
David Röthler, der Projektentwickler, zieht eine Zwischenbilanz und ist erfreut über die "jugendliche, subjektiv gefärbte Wahrnehmung dessen, was im Mozartjahr passiert". Unter Anleitung der Radiofabrik-Profis werden nicht nur Themen bearbeitet und das rein Technische des Radiomachens geübt, sondern auch Texte erarbeitet, die im Internet abrufbar sind.
Unter der Website www.mozartreporters.net wurde auch ein Weblog eingerichtet, wo die Jugendlichen ihren Gedanken freien Lauf lassen.
Das Wichtigste: Hier kann man auch die Sendungen der jungen Reporterschar herunterladen, man muss also nicht auf einen bestimmten Sendetermin warten.
Ein Lokalaugenschein am Mittwoch bestätigte auf sympathische Weise den Eifer der Beteiligten. Im Seminarraum der Radiofabrik sitzt eine Schar von Jugendlichen aus Salzburg, Brescia, Paris und Heidelberg und entwirft Pläne und Strategien, um Themenkreise wie "Mozart and Milano" oder "On the Traces of Mozart" in den Griff zu bekommen. Es überrascht nur mäßig, dass unter dem runden Dutzend Jugendlicher im Alter zwischen 15 und 18 Jahren nur zwei männliche Teilnehmer zu finden sind. Mozart war ein "Monkey", der vom Vater vorgeführt wurde, findet Fabio aus Brescia. Er will nun ergründen, warum die Menschen Mozart so sehr lieben.
Man will sich Stadtführungen anschließen, die Mozart-Ausstellung in der Neuen Residenz besuchen, und am Abend ist eine Aufführung von Mozarts "La finta giardiniera" im Landestheater gebucht.
Wie die zwei Heidelberger Mädchen erzählen, hatten sie nicht allzu viel Ahnung von Mozart, Schulwissen eben, dann noch der Film "Amadeus" auch, und Caroline hat immerhin in Heidelberg "Don Giovanni" gesehen. Die Anmeldung für den Radioworkshop hat das Interesse aber ungemein entfacht, Zeitungsartikel und Internet halfen beim "update".
Musisch interessiert und begabt sind aber alle Beteiligten, die beiden Mädchen aus Paris singen sogar im Chor von Radio France mit. Von Salzburg und dem Reporterprojekt sind alle begeistert. |