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Öko-Audit-Schule seit 1999 PDF Drucken E-Mail

Mit dem Ökoaudit  Bildung für eine nachhaltige Entwicklung - Umweltgutachter bestätigt EMAS Zertifizierung der Internationalen Gesamtschule Heidelberg (IGH)

Die IGH wurde zum fünften Mal  als umweltfreundliche EMAS Schule anerkannt.
Wie kam es dazu?
Nachrichten über zunehmende Klimaerwärmung und Umweltkatastrophen mit beunruhigenden Folgen für Mensch und Natur häufen sich in den Medien. Bereits seit 1990 hat die Internationale Gesamtschule erkannt, dass zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen  verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt wichtig ist und vor allem junge Menschen darin geschult werden sollten. Anfang der 90er Jahre formierte sich ein Arbeitskreis aus Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern, der eine große Vielzahl an Vorschlägen zur umweltfreundlichen Gestaltung der Schule erarbeitete. Seit 1995 engagieren sich Lehrer/innen und Schüler/innen im Klimaschutz und mit dem E-Team Projekt, das vom Umweltamt der Stadt durch ein Prämiensystem, Aktionsvorschläge oder sogenannte Energierundgänge mit Beratung unterstützt wird. Die Schüler/innen werden durch Einüben von bewusstem, sparsamem Umgang mit Energie in Achtsamkeit geschult. Auf der Grundlage so gesammelter Erfahrungen startete die Schule 1997 erstmals in Deutschland und Europa das Pilotprojekt, die damalige EG Verordnung -heute EMAS (Environmental Ecoaudit Scheme)- für die Nachhaltigkeitsbildung zu nutzen, um zunehmend besser im Umgang mit der Umwelt zu werden. Seit der ersten Zertifizierung 1999 durch einen unabhängigen Gutachter blieb sie dabei und wurde alle drei Jahre  erneut als Auditschule anerkannt, in diesem Jahr zum fünften Mal.
 
Was bedeutet das für den Schulalltag?

Dieses Jahr nun besuchte erneut ein Umweltgutachter die IGH. Es galt herauszufinden, ob der Leitsatz aus der Umweltpolitik „Die IGH will mit ihrer Arbeit einen aktiven Beitrag für den  Erhalt der Lebensgrundlagen für alle Lebewesen leisten und strebt die Erziehung von umweltbewusstem Denken und Handeln nach dem Motto „Ökologisches Lernen in einer ökologisch orientierten Schule“ im Schulalltag auch wirklich umgesetzt wird. So führte der Gutachter Gespräche mit der Schulleitung, Schüler/innen, Eltern, Lehrer/innen und verantwortlichen Personen des Umweltmanagementsystems. Er  überprüfte die Arbeit durch Einsicht in die schriftlichen Unterlagen und eine Vorortbegehung. Er fand heraus, dass die von der EMAS Verordnung vorgeschriebenen Schritte eingehalten werden. Energie-, Wasser-, Materialienverbrauch, Abfallaufkommen, Begrünung, Mobilität werden jährlich untersucht, um  den IST-Zustand des Umgangs mit der Umwelt festzustellen.  Regelmäßig wird ein Umweltprogramm erstellt und ein Umwelt-Management kümmert sich um die Planung, Organisation und Umsetzung der Umweltarbeit. Zur Durchführung werden regelmäßig jedes Jahr in allen Klassen zwei Schüler-UmweltsprecherInnen gewählt. Sie bekommen die Möglichkeit zu wöchentlichen Zusammenkünften bei Umweltwelttreffs in dem Umweltraum der Schule. Gemeinsam werden  dann Projekte wie Durchführung einer Sammlung alters Handy zum Recycling, Wettbewerbe zum umweltfreundlichen Klassenzimmer, Organisation einer Fitness- und einer Wohlfühlwoche, die Sammlung leerer Druckerpatronen, Waffelverkauf für die Umweltkasse, Teilnahme am Tag der Erneuerbaren Energien, Teilnahme an Konferenzen u.ä. geplanten. All diese Aktivitäten führten auch dazu, dass  die Schule seit 2005 als Dekade-Projektschule der UNO-Dekade zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung anerkannt wurde.
Diese Anerkennung wurde zweimalig auf Grund von weiterführenden Projekten erneuert. Regelmäßig wird die Arbeit in Umwelterklärungen veröffentlicht. Sie können über das Sekretariat:  IGH/ Baden Badener Straße 14/69126 Heidelberg bestellt werden. Die Teilnahme an EMAS seit mehr als 10 Jahren stellt einen wichtigen Teil des Schulprofils dar und hat die Umweltbildung in der Schule fest verankert. Hinzu kommt, dass außerschulisch die Zusammenarbeit mit  EMAS Betrieben und umweltfreundlichen Institutionen gefördert wurde. So konnte die IGH dankbar Spenden  des Umweltministeriums Baden Württemberg, der Firma Lincoln und der 3 P Finanz AG zur finanziellen Unterstützung der Wiederanerkennung entgegen nehmen.

Margrit Knapp-Meimberg
Umweltmanagementbeauftragte IGH

Info Umwelterklärung und Nachhaltigkeitsbericht als pdf-Datei


"Wir dürfen uns Öko-Audit-Schule nennen"
Internationale Gesamtschule durchläuft Öko-Audit-Programm - Bundesweite Vorreiterrolle
  
 
RNZ vom 22.06.99

mio. "Jetzt dürfen wir uns Öko-Audit Schule nennen", sagte Wolfgang Stetzler, Rektor der Internationalen Gesamtschule, auf einer Pressekonferenz. Als eine der ersten Schulen bundesweit hat die IGH ein Umweltmanagement-System nach der Öko Audit-Verordnung der EG aufgebaut (heute EMAS "Environmental Ecoaudit Schema" genannt). Gemeinsam mit Fachleuten haben Schüler, Lehrer und Eltern den Umgang der Schule mit dem Umweltschutz überprüft, Verbesserungen eingeführt und ein Programm für die nächsten drei Jahre entworfen. "Das ist eine Schule, die richtig gut in unsere Stadt passt", lobte Oberbürgermeisterin Beate Weber. "Audit" kommt aus dem Englischen und heißt ursprünglich "Rechnungsprüfung".

Seit 1995 können sich gewerbliche Unternehmen gemäß einer Öko-Audit-Verordnung der EG freiwillig an einer Umweltbetriebsprüfung beteiligen - rund 40 Betriebe im Bezirk Rhein-Neckar der Industrie- und Handelskammer haben dieses Angebot angenommen. Schulen sind seit 1998 zu dem Verfahren zugelassen, und nun hat die GUT Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme der IGH die Berechtigung zugesprochen, sich mit dem europaweit gültigen Öko-Audit-Emblem zu schmücken.

Schon vor zwei Jahren hatte die IGH begonnen, ihren Umweltschutz zu überprüfen, "Zuerst haben wir den Ist-Zustand festgestellt, dann formulierten wir Programme und Ziele, die nach einer festgesetzten Zeit überprüft werden", erklärt Lehrerin Margrit Knapp-Meimberg. So wurden beispielsweise der Umgang mit Wasser, Energie, Büromaterialien, Chemikalien, Lebensmitteln und Abfall analysiert und teilweise verbessert. In der Broschüre "Umwelterklärung 1999" hat die Schule genau dokumentiert, was verbessert wurde und welche Ziele sie in Zukunft erreichen möchte. Die größten Erfolge konnte die IGH im Bereich der Energie erreichen.
 "Im Schuljahr 1996/97 kam es zu Einsparungen von Energie im Wert von knapp 40 000 DM, im Schuljahr1997/98 von über 72 000 DM", lobte Weber. In den nächsten drei Jahren möchten die Schüler den Energieverbrauch um weitere zehn Prozent senken. Beim Umgang mit der Fläche möchte die Schule demnächst 100 Quadratmeter entsiegeln und eventuell eine Versuchsfläche auf dem Dach bepflanzen. Der Wasserverbrauch der Schule mit allen ihren Einrichtungen (auch Schwimmhalle und Schulküche) sank von rund 24 500 Kubikmeter im Jahr 1993 auf 18 445 Kubikmeter im Jahr 1997. Im Rahmen des Öko-Audits wollen die Schüler den Verbrauch an Trinkwasser um weitere 10 Prozent senken und es soll geprüft werden, ob bei der Toilettenspülung Regenwasser eingesetzt werden darf.

Rund 11 000 Mark hat das Öko-Audit bisher gekostet. Unterstützt wurde die IGH finanziell von der Stadt Heidelberg und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. zu den Sponsoren zählen die Firmen Lincoln, Walldorf, und die Heidelberger Druckmaschinen, die die Umwelterklärung der Schule kostenlos drucken werden. Bürgermeister Thomas Schaller lobte die IGH: "Die Umwelterklärung ist so etwas wie eine Verfassung der Schule." Die ökologischen Grundsätze sind inzwischen Teil der Schulordnung. Dr.Volker Teichert von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), die das Öko-Audit wissenschaftlich begleitet, sagte: "Das ist ein Beitrag zu einer nachhaltigen Umwelterziehung." In den kommenden drei Jahren wird ein Umwelt-Team aus Schülern, Eltern, Lehrern und Vertretern der Schulleitung und kommunalen Verwaltung dafür sorgen, dass der Umweltschutz an der IGH auch weiterhin verbessert wird. "Das ist ein konkreter Ausdruck der IGH als Friedensschule", sagte Schulleiter Ernst Gund.