Die Bande von Bethlehem PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von RNZ vom 23.12.10   
Donnerstag, 23. Dezember 2010

Erstes „Weihnachtsmusical“ der Internationalen Gesamtschule Heidelberg – Der Erlös des Abends ging nach Nicaragua

WeihnachtsmusicalDie Weihnachtsgeschichte modern interpretiert haben die Schüler der Internationalen Gesamtschule in ihrem Musical „Die Bande von Bethlehem“ in der Kirche St. Peter in Kirchheim. Foto: Hopperl.

Eine Premiere stellte die Aufführung des Musicals „Die Bande von Bethlehem“ in der katholischen Kirche St. Peter in Kirchheim dar: Rund 50 Schüler aller Jahrgangsstufen der Internationalen Gesamtschule (IGH) zeigten ihre erste Weihnachtsproduktion. Im Mittelpunkt der Neuinterpretation der Weihnachtsgeschichte steht eine Kinderbande, die sich im antiken Bethlehem mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. In einer Höhle lebend hält sich die Gruppe mit viel Solidarität und Gelegenheitsdiebstählen über Wasser – und vor allem mit der Hilfe Samuels. Der Jugendliche besorgt den Kindern nicht nur Vorräte aus einem Gasthaus, sondern berichtet auch von einer Prophezeiung, wonach bald ein König in Bethlehem geboren werden soll.

Samuel, gespielt von IGH-Lehrer und Regisseur Christian Hoffmann, trifft im Verlauf des 45-minütigen Musicals auf Maria und Josef, die in Bethlehem nach einer Bleibe suchen. Wie im Original muss sich das Paar auch in der IGH-Interpretation zur Volkszählung in der Stadt einfinden. Jene beschert dem Paar wie auch der Bande Probleme – die Kinder sind bei der Polizei so wenig wohlgelitten wie das mittellose Paar. Der prekäre Bandenalltag erfährt die entscheidende Wendung, als Josef (gespielt von Assumpta Nziriki Bampire) und die hochschwangere Maria (Franziska Härtlein, die mit ihrem herausragenden Gesang zum Star des Abends avancierte) auf Samuel treffen. Dieser bietet ihnen an, in der Bandenhöhle zu übernachten, allerdings, ohne die Kinder vorher zu fragen. So kommt es innerhalb der Bande zum Streit: In der Höhle sei kein Platz mehr, und das Paar werde nur die Vorräte „wegfressen“. Erinnerungen an die Rede von
den „vollen Booten“ aus der deutschen Einwanderungsdebatte kommen hoch. Andere Bandenmitglieder appellieren an die Menschlichkeit und sind dafür, der schwangeren Maria zu helfen. „Die Parallelen zu aktuellen Themen wie Integration oder Fremdenfeindlichkeit sind gewollt“, verrät Religionslehrer Hans-Peter Buchholz.

Seit September hatten die 50 IGH Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 ihr Musical einstudiert. Mehrere Religions-, Musik- und Kunstlehrer hatten das Projekt begleitet. „Wir haben uns dabei aber auf das Grundgerüst der Handlung konzentriert und haben viele Anregungen der Schüler in die Geschichte einfließen lassen“, fügt Buchholz hinzu. Natürlich endet das Weihnachtsmusical nach 45 Minuten mit einem Happy End und alle besingen den neugeborenen gemeinsamen Heiland als „neuen Helden“ der Bande. „Bisher gab es immer einen Weihnachtsgottesdienst, der nur in der Schule stattfand“, berichtete Buchholz. „Mit dem Weihnachtsmusical wollten wir dieses Jahr etwas Neues ausprobieren.“ Und das kam gut an: Nach der Premiere spendeten die rund 150 Zuschauer den Schülern stehenden Applaus. Die Kollekte des Abends ging an die Partnerschule in Nicaragua.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 23. Dezember 2010 )
 
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