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Virtuelles Geldhaus | Diese Schulbank wird nicht gedrückt |
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| Geschrieben von RNZ vom 15.12.10 | |||
| Mittwoch, 15. Dezember 2010 | |||
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Ein Team der Internationalen Gesamtschule hat für ein Online-Spiel ein virtuelles Geldhaus gegründet
Patrick Goth, Elena Derksen, Stefan Pajonk, Moritz Villinger und Daniel Janesch nehmen am „Schulbanker“-Spiel teil, das vom Bundesverband deutscher Banken veranstaltet wird. Bis Februar sitzen sie im Vorstand der „Royal Finance Bank of Heidelberg“, wie sie ihr Geldhaus genannt haben. Wie die echten Finanzgurus müssen sie Zinssätze für Kredite festlegen, Aktien kaufen und verkaufen, neue Filialen eröffnen, Preise für die verschiedenen Konten bestimmen und die Ausgaben für Werbung und Mitarbeiterschulungen verwalten. „Im letzten Geschäftsjahr haben wir einen Gewinn von 6,5 Millionen Euro erwirtschaftet“, erzählt Patrick stolz. Er ist der Teamleiter der Gruppe, also quasi der Vorstandsvorsitzende. Ein Geschäftsjahr erstreckt sich bei dem Online-Spiel allerdings nicht über 365 Tage, sondern über eine Woche. Alle sieben Tage müssen die Schüler ihre Entscheidungen über Zinsen und Preise in einen vorgedruckten Bogen eintragen und an die Spielleitung senden. „Das ist alles sehr realitätsnah. Wir müssen dabei auch verschiedene Richtlinien und Gesetze umsetzen“, sagt Moritz, der Rechner des Teams. Zwar werden die Entscheidungen gemeinsam im Vorstand gefällt, doch die Meinung des Experten hat einen hohen Stellenwert. Damit die Zinssätze stets optimal sind, hat er eigens eine Excel-Datei mit Tabellen und Formeln entworfen. Ihre Aufgaben nehmen die fünf Jugendlichen sehr ernst. Schließlich steckt hinter dem Spaß auch ein gewisser Ernst. Insgesamt nehmen 878 Mannschaften aus ganz Deutschland an dem Projekt teil. Die besten 20 werden im April zum Finale nach Potsdam eingeladen, dem Gewinner-Team winken 5000 Euro Preisgeld. Doch nicht nur das echte Geld lockt: Die Teilnahme wird den Schülern als besondere Lernleistung angerechnet, von denen sie insgesamt drei in der Oberstufe erbringen müssen. Die Idee zum Mitmachen stammte von ihrem Gemeinschaftskundelehrer Werner Gebhard, er wird sie am Ende benoten. „Wenn sie in die Endrunde kommen, kriegen sie natürlich eine 1. Und wenn nicht, dann ist es wichtig, dass sie so engagiert bleiben wie jetzt“, sagt er. An Einsatz mangelt es nicht: Sogar eine eigene Homepage haben die Schüler erstellt. Dafür bekommen sie einen Bonus von 90 000 virtuellen Euro gutgeschrieben. Für Gebhard sind allerdings nicht nur die Gewinne und Noten wichtig: „Ich möchte mit den Schülern etwas Ungewöhnliches machen, das sie aus ihrem Schulalltag rausbringt und in die Realität einführt.“ Zwar kann sich noch keiner der fünf Schüler vorstellen, nach dem Abitur in die Finanzbranche einzusteigen, doch gelernt haben sie bereits einiges, wie Elena deutlich macht: „Irgendwann müssen wir unseren eigenen Finanzkram machen. Das hier bereitet uns auf das Leben vor.“
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| Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 15. Dezember 2010 ) | |||
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