Pressespiegel
Pressespiegel 2010
Rehsan und Assumpta: zwei Talente im Land | Rehsan und Assumpta: zwei Talente im Land |
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| Geschrieben von RNZ vom 30.09.10 | |||
| Freitag, 1. Oktober 2010 | |||
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Die Schülerinnen aus der Region haben ein begehrtes Stipendium der Robert-Bosch- und der Baden-Württemberg-Stiftung erhalten
Mit dem Förderprogramm „Talent im Land“ unterstützen die Robert-Bosch- und die Baden-Württemberg-Stiftung Jugendliche aus Zuwandererfamilien. Das Stipendium steht hauptsächlich auf zwei Säulen: Einer finanziellen Förderung von monatlich rund 150 Euro bis zum Erreichen der Hochschulreife und einem „Seminar- und Bildungsprogramm“. Je nach Bedarf werden auch Zuschüsse für Computer, Klassenfahrten und Zusatzunterricht in Sprachen vergeben. Damit wollen die Stiftungen vor allem die Integration der Jugendlichen fördern. Die Stipendiaten von „Talent im Land“ sind Schüler aus den Klassen acht bis zwölf, begabt, zielstrebig und zeichnen sich durch gesellschaftliches Engagement aus. Meistens leben sie in schwierigen Verhältnissen, die einer erfolgreichen Schulkarriere im Weg stehen. „Talent im Land“ wurde 2003 ins Leben gerufen. Bis jetzt konnten rund 500 begabte junge Migranten mit den Stipendien erfolgreich ihre schulische Ausbildung beenden. Rund 200 Schüler befinden sich derzeit in der Förderung. Bewerbungsschluss ist übrigens immer der 1. April eines Jahres. cm Von Christoph Moll Mit ihren 19 Jahren hat Assumpta Nziriki-Bampire aus Sandhausen bereits einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen. Erst vor acht Jahren kam sie mit ihrer Familie aus Ruanda nach Deutschland. „Das war damals nicht einfach“, erinnert sich die Schülerin. Heute spricht Assumpta perfekt Deutsch und schmeißt in ihrer Wohnung in Sandhausen den Haushalt. Dass sie jetzt auch noch ein „Talent im Land“ sein soll, kann die Zwölftklässlerin noch gar nicht glauben. „Am Anfang habe ich noch gezögert, ob ich mich überhaupt bewerben soll“, erzählt die 19-Jährige. „Ich dachte, dass ich da eh keine Chance habe.“ Doch Assumpta hat es einfach mal probiert – und es hat geklappt. „Das war eine Riesenüberraschung“, meint die junge Frau aus Sandhausen, die in Heidelberg auf die Internationale Gesamtschule geht. In ihrer Freizeit spielt Assumpta leidenschaftlich gern Theater, gibt Nachhilfe, macht Hausaufgaben-Betreuung und ist Ministrantin. „Eine Freundin sagt immer, dass ich mir mehr Zeit für mich nehmen soll und dass ich ein viel zu großes Herz habe“, lacht die 19-Jährige. „Ich engagiere mich aber, weil ich nicht der wichtigste Mensch auf der Welt bin und andere die Hilfe brauchen.“ Ihren Traum, einmal Klavier spielen zu können, will sich Assumpta nun auch mit dem Stipendium erfüllen. Und nach ihrem Abitur möchte die 19-Jährige studieren – am besten in Heidelberg. Rehsan Akgöl kann sich noch genau an den Tag im Juli erinnern, an dem der Brief mit der Zusage für das Programm ins Haus flatterte. „Da kam so ein dicker Umschlag, ich dachte schon, die schicken die Bewerbung zurück“, erzählt die 17-Jährige. „Ich wollte den gar nicht öffnen, doch meine Schwester hat mich dann überredet.“ Zum Glück. „Ich habe mich riesig gefreut und kann es immer noch nicht fassen“, meint Rehsan. Die Eltern der jungen Meckesheimerin kamen vor 20 Jahren nach Deutschland. Rehsan hat fünf Geschwister – drei Jungs und zwei Mädchen. Und sie ist die Jüngste. „Das ist nicht immer leicht“, sagt sie und lacht. AmWochenende arbeitet die Schülerin bei einem Obst- und Gemüsehändler, um ihre Eltern finanziell nicht zu sehr zu belasten. „Gerade jetzt in der elften Klasse braucht man so viel für die Schule“, meint Rehsan, die auf das Wirtschaftsgymnasium der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg geht. Da kommt das Stipendium genau richtig. Ausgewählt wurde die 17-Jährige auch, weil sie sich in ihrer Freizeit engagiert: Rehsan packt unter anderem beim Meckesheimer „Spiel-Mobil“ mit an und macht in den Ferien Kinderbetreuung. Außerdem war sie Streitschlichterin und in der SMV aktiv. Dabei war Schule zunächst nicht ihr Ding. „In der Grundschule hatte ich nur Vieren und Fünfen“, erzählt sie. „Auf der Hauptschule hat mir dann eine Lehrerin die Augen geöffnet.“ Die 17-Jährige packte den Werkrealabschluss und will nun Abitur machen. „Dann will ich studieren – Psychologie oder Jura“, meint Rehsan. „Auf jeden Fall möchte ich mit Jugendlichen arbeiten.“ Am Dienstag wurden Assumpta und Rehsan im Neuen Schloss in Stuttgart bei einem Festakt in das Programm aufgenommen. „Das war unglaublich, so etwas vergisst man nie mehr“, sagt Assumpta. |
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| Letzte Aktualisierung ( Freitag, 1. Oktober 2010 ) | |||
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