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Sozialcurriculum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerd Hammer   

aus dem IGH-Info-Brief vom Februar 2005

Gerd HammerLiebe Leserinnen und Leser!

Wer viel tut, soll ab und zu auch darüber reden nicht zuletzt, um das, was getan wird, im Bewusstsein aller am Schulleben Beteiligten zu verankern. Deswegen soll im Folgenden zusammengestellt werden, was an der IGH zur Stärkung der sozialen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren gewachsen ist.

Schon in der Primarstufe beginnen wir das soziale Lernen der Kinder zu fördern: Kleingruppentraining, Stärkung des Selbstvertrauens, Heranführen an gemeinsames Lernen und Arbeiten werden in vielfältiger Weise in den Schulalltag integriert.

In der Orientierungsstufe tragen wichtige Elemente der Freiarbeit zur Stärkung der sozialen Kompetenzen bei: Eigenverantwortliches Arbeiten, Methoden- und Kleingruppentraining, Wochenonfangsstunde und Klassenrat seien hierfür genannt. Darüber hinaus nehmen alle Schülerinnen und Schüler am Starterprogramm der Stadt Heidelberg teil; schon in der O-Stufe beginnt die Zusammenarbeit mit der präventiven Jugendhilfe der Stadt Heidelberg. Um den Kindern soziales Training auf dem ,neuesten Stand' vermitteln zu können, nehmen viele Lehrerinnen und Lehrer am LLL-Programm (Lebenslanges Lernen) der PH Heidelberg teil . Vieles von dem, was dann in der Mittelstufe fortgesetzt wird, beginnt bereits in der Orientierungsstufe; Selbstreinigung der Klassenzimmer in einzelnen Klassen, SchülerInnen helfen SchülerInnen, Einüben von Umgangsformen, Gewaltprävention, Mädchenzimmer.

Wie eben angedeutet, setzt sich die Förderung der sozialen Kompetenzen in der Mittelstufe nahtlos fort. Auch hier hat jede Klasse eine wöchentliche Stunde für den Klassenrat. Viele Klassen sind selbst für die Reinigung ihres Klassenzimmers verantwortlich und erhalten dafür eine Prämie für die Klassenkasse. In den 7. Klassen findet ein regelmäßiger Benimmunterricht in Zusammenarbeit mit der Hotelfachschule statt. Suchtprävention und Gewaltprävention sind feste Bestandteile der schulischen Bildung und Erziehung von Klasse 7 bis 10. Das Mädchenzimmer ist zentrale Anlaufstelle unserer Mädchen-Arbeit. SchülerInnen der Klassen 8 und 9werden als Mediatorlnnen ausgebildet. Im Projekt SchülerInnen helfen SchülerInnen helfen SchülerInnen der Mittelstufe (und auch der Oberstufe) Kindern mit Migrationshintergrund vor allem bei Lernproblemen.

Weiterer wichtiger Bestandteil ist die enge Zusammenarbeit von Schule und Schulsozialarbeit. Sie leistet nicht hoch genug Einzuschätzendes z.B. bei der Berufsorientierung, der wir insgesamt ein besonderes Augenmerk widmen. In Zusammenarbeit von Schulsozialarbeit, Stadt Heidelberg, Kolleginnen und Schulleitung wurde für die Klassen 7 ein Jugendnetzwerk erarbeitet (u .a . Erkundung von Netzwerken, Zusammenarbeit u.a. mit Jugendfeuerwehr, Rotem Kreuz) ; auf die gleiche Initiative gehen auch die Kooperationsmodule zu Selbsteinschätzung und Lebensplanung der 8. Klassen zurück. Im Internationalen Jugendprogramm lernen Schülerinnen soziale Aufgaben zu finden, ihre Realisierung zu betreiben und sie erfolgreich abzuschließen. Die Realschulabschlussklassen leisten ein Sozialpraktikum ab. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit im Bereich Stärkung sozialer Kompetenzen nimmt die Betreuung und Förderung ausländischer Schülerlnnen ein.

Für die Oberstufe wird derzeit ein Sozialcurriculum erarbeitet, das eingehen wird in das Sozialcurriculum der gesamten Schule: Schulkonferenz und GLK werden sich in den nächsten Monaten mit diesem Sozialcurriculum befassen. Nach den entsprechenden Abstimmungen wird es ab Schuljahr 2005/2006 verbindlich sein.

Nicht vergessen wollen wir die Arbeit, die im Ganztagesbereich, im Umweltmanagement, im Zusammenhang mit unseren Schulpaten und -partnerschaften, im AK Eine Welt, im Zusammenhang mit dem Wiedererstehen unserer Bibliothek geleistet wird .

Alle diese Aktivitäten wären natürlich nicht möglich, wenn sich nicht Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Mitarbeiter der Stadt Heidelberg, der Agentur für Arbeit und unser Mitarbeiter in der Schulsozialarbeit mit großem Engagement und großem Aufwand an Zeit und zusätzlicher Arbeit dafür einsetzen würden. Ihnen allen sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt!

Gerd Hammer
ehemaliger Schulleiter an der IGH